Für diesen Sommer,  Gisa Klönne

 

Nach dem Tod seiner Frau wird Heinrich Roth immer wunderlicher und hat allen Lebensmut verloren. Stundenlang zeichnet der  84-Jährige die Lithografie eines Ameisenbären ab. Warum er das macht, ist seinen Töchtern ein Rätzel. Zudem lässt eine fortschreitende Nervenerkrankung Heinrichs Beine mehr und mehr erlahmen. Er braucht Hilfe und das Haus muss umgebaut werden. Aber davon möchte Heinrich nichts wissen. Alles soll so bleiben, wie es war.

 

Heinrichs jüngste Tochter, Franziska, inzwischen selbst über 50, kehrt mit gemischten Gefühlen in das Haus ihrer Kindheit zurück. Früh hatte sie sich mit ihrer Familie überworfen, vor allem mit ihrem Vater. Zu konträr die Ideale. Doch auch Franziskas Leben ist zerbrochen, und ihre Schwester Monika, die sich bislang um alles gekümmert hatte, braucht eine Auszeit.

 

Widerstrebend lassen sich Vater und Tochter aufeinander ein. Mit jedem gemeinsamen Tag erwachen nicht nur die alten Konflikte, sondern auch die Erinnerungen an das Glück, das sie einmal teilten. Doch wie Frieden schließen, da sie so vieles so lange versäumt haben und nicht mehr viel Zeit bleibt?

 

 

 


 

Ein Präsident verschwindet,  Ralf Langroth

 

Am 20. Juli 1954 verschwindet Verfassungsschutzpräsident Otto John - und taucht in Ost-Berlin wieder auf. Wurde er entführt oder ist er übergelaufen? Auf Wunsch von Konrad Adenauer übernimmt Philipp Gerber die Ermittlungen. Der Kriminalhauptkommissar hat ein persönliches Interesse an dem Fall: Auch seine Geliebte, die Journalistin Eva Herden, ist verschwunden. Ein Foto zeigt sie an der Seite von John. Als ein Barbesitzer aus dem Rotlichtmilieu ermordet wird, steht Eva unter doppeltem Verdacht: als Mörderin und kommunistische Agentin. Auf der Suche nach ihr gerät Gerber zwischen die Fronten der Geheimdienste.

 

 


Hast Du uns endlich gefunden,  Edgar Selge

 

 

Eine Kindheit um 1960. Ein bürgerlicher Haushalt, in dem viel Musik gemacht wird. Der Vater ist Gefängnisdirektor. Der Krieg ist noch nicht lang her, und die Eltern versuchen, durch Hingabe an klassische Musik und Literatur nachzuholen, was sie ihre verlorenen Jahre nennen.

 

Doch überall spürt der Junge Risse. Gebannt verfolgt er die politischen Auseinandersetzungen, die seine älteren Brüder mit Vater und Mutter am Esstisch führen. Aber er bleibt Zuschauer. Immer häufiger flüchtet er sich in die Welt der Phantasie. Dieses Kind erzählt uns sein Leben und entdeckt dabei den eigenen Blick auf die Welt.